Anschlussfinanzierung

Kredite, welche der Baufinanzierung dienen, zählen im Privatkunden-Bereich des Kreditwesens eindeutig zu den Darlehen mit der längsten Laufzeit und den höchsten Kreditsummen. Nicht selten beläuft sich die Finanzierung auf mehrere 10.000 oder 100.000 Euro. Es liegt auf der Hand, dass diese Darlehen nach dem Ende der Kreditlaufzeit noch nicht zu 100 % getilgt sind, sondern anschließend weiter finanziert werden müssen. Wesentlicher Faktor, wann diese Anschlussfinanzierung beginnt, ist die sogenannte Zinsbindungsfrist. Mit dieser legen beide Parteien fest, über welchen Zeitrahmen das vereinbarte Darlehen zu einem bestimmten Zinssatz getilgt wird. Um an dieser Stelle auf lange Sicht sparen zu können, sollten Kreditnehmer besonders in Zeiten mit einem niedrigen Darlehenszins über eine lange Laufzeit bzw. Zinsbindungsfrist nachdenken. Zwar führt ein solches Vorgehen zu einem steigenden Kreditzins, allerdings rechnet sich diese Strategie vor allem dann, wenn die Zinsen nach Abschluss des Finanzierungsvertrages wieder ansteigen.

Das genaue Gegenteil ist natürlich der Fall, wenn sich die Kreditzinsen auf einem hohen Niveau bewegen. Hier ist eine möglichst kurze Laufzeit die erste Wahl. Aber egal wie sich Darlehensnehmer letzten Endes entscheiden, um eine Anschlussfinanzierung kommt man nur selten herum. Diese bietet jedem Kreditnehmer die Chance, neue Bedingungen für die Rückzahlung des Darlehens auszuhandeln. Angebote des bisherigen Kreditinstitutes sollten etwas genauer unter die Lupe genommen werden. Nicht selten unterbreiten die Hausbanken Angebote, welche die Möglichkeiten einer Anschlussfinanzierung bei Weitem nicht ausschöpfen. Schließlich ist die Fortführung eines Darlehens mit einem wesentlich niedrigeren Verwaltungsaufwand verbunden, als Banken und Kreditinstitute in die Berechnung des effektiven Jahreszinses einfließen lassen.

Aus diesem Grund sollten sich Darlehensnehmer nicht davor scheuen, auch Angebote bei verschiedenen Banken einzuholen. Schließlich spricht nichts dagegen, eine Baufinanzierung bei einem fremden Kreditinstitut weiter zu führen. Auf diese Art und Weise lassen sich in der Regel mehrere hundert oder sogar tausend Euro im Jahr sparen. Bereits ein um nur 0,25 oder 0,5 Prozentpunkte niedrigerer Darlehenszins bringt erhebliche finanzielle Vorteile mit sich. Diese Ersparnis können Darlehensnehmer auf unkonventionelle Weise für die schnellere Tilgung der Baufinanzierung einsetzen: fließen sie der monatlichen Rate zu und stocken den Rückzahlungsbetrag auf, sinkt die Laufzeit der Anschlussfinanzierung spürbar. Das Darlehen wird auf diese Weise wesentlich schneller getilgt. Daneben sollte die Laufzeit der Anschlussfinanzierung nach Möglichkeit so gewählt werden, dass am Ende die komplette Tilgung des Baukredites steht und der Darlehensnehmer die eigenen vier Wände sorgenfrei genießen kann.

Vor dem Wechsel der Bank gilt es, einen gespitzten Bleistift, ein Blatt Papier und den Taschenrechner bereitzulegen, denn die Umschuldung und Fortsetzung des Darlehens bei einem anderen Kreditinstitut kann mit zusätzlichen Kosten wie zum Beispiel der Übertragung und erneute Schätzung der Sicherheit verbunden sein. Erst wenn unterm Strich ein positiver Betrag erscheint, lohnt sich die Anschlussfinanzierung wirklich.

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